Tolle Urlaubsziele rund um Bognor Regis

Pagham Strand

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Chiffchaffs am Migrations-Hotspot Pagham Harbour

Im September 2018 hatte „The Royal Society for the Protection of Birds“ (die königliche Gesellschaft zum Schutz von Vögeln) zum „Great British Beach Clean“ (dem großen britischen Strand-Putz) aufgerufen. Und viele Menschen aus West Sussex sind dem Ruf gefolgt.

Denn das Naturreservat Pagham Harbour westlich vom Stadtzentrum von Bognor Regis ist ein international bedeutender Standort für den Naturschutz mit weltweit seltenen Pflanzen- und Tierlebensräumen. Das Reservat erstreckt sich über 1500 Hektar, von denen etwa die Hälfte Salz- und Wattflächen sind, während der Rest Felder, Wäldchen, Lagunen, Röhrichte und Kiesstrände umfasst.

Pagham Strand

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Die Hauptattraktion des Reservats ist die Vogelbeobachtung. Das Pagham Nature Reserve bietet im Herbst und Winter ein Zuhause für Wat- und Wildvögel. Brentgänse kommen in großen Mengen zwischen September und Januar und während der Sommermonate beobachten die Ornithologen Steinschmätzer, Sandwich-Seeschwalben, Uferschwalben oder den Zilpzalp (oder Weidenlaubsänger, der auch auf englisch den poetischen Namen „Chiffchaff“ trägt. Wunderbare Spaziergänge sind auf den malerisch angelegten Wegen möglich.

Wenn es langsam herbstlich wird, kommen die Vogel-Fotografen und suchen den schwarzschwänzigen Sumpfwater aus der Schnepfen-Familie mit ihrem langen eleganten Schnabel. Die Brent Gänse kommen in ihre Winterquartiere, bevor sie im Frühjahr wieder an ihre arktischen Brutplätze zurückfliegen. Die wunderschönen weißen Seidenreiher stolzieren durch die Sümpfe und scharren im Wasser, um kleine Fische aufzustöbern. Und die Spießente watschelt in Schwärmen über die Sümpfe. Die kleinsten Seeschwalben an der Südküste überwintern am Hafen von Pagham. Sie schweben pfeilschnell über das Wasser, bevor sie zustoßen und ihren Küken kleine Fische mitbringen.

Im Sommer beobachten die Ornithologen die Seeschwalbenkolonie auf Tern Island. Den besten Blick hat man von Church Norton bei Sidlesham. Das Geräusch von schwatzenden Seeschwalben driftet über das träge Wasser und vermischt sich mit den gröberen Schreien der Lachmöwen, mit denen sie die Nistrechte auf der Insel teilen. Gemeinsame, Sandwich- und kleine Seeschwalben nisten auf der Insel. Wer an einem Winterabend in der Abenddämmerung an der nördlichen Mauer des Hafens von Pagham steht, kann das Glück haben, ein wahres Winterspektakel zu erleben, während Hunderte von Brentgänsen und Pfeifenten über die Felder nördlich des Reservats streifen. Das Reservat ist ein wahrer Migrations-Hotspot, der oft seltene Entdeckungen ermöglicht. Die Migration der Watvögel ist gespickt mit ungewöhnlichen Vögeln wie kleinen Stints oder seltenen Brachvögeln, vor allem auf Ferry Pool. Es kann leicht sein, 60 Vogelarten an einem Tag zu sehen. Unter anderem auch Fischadler, Wendehals oder sogar Honigbussarde.

In Zusammenarbeit mit Partnern und Grundbesitzern nutzt die Royal Society Rinder und Schafe, um Grünland zu beweiden und den Wasserstand zu kontrollieren. Pagham Harbour ist international anerkannt als ein Ort, der die Zucht von Watvögeln begünstigt, insbesondere kleine Seeschwalben, Flussregenpfeifer und Austernfischer. Obwohl die vielen Helfer temporäre Sperrzonen zum Schutz von Nistvögeln errichten, wird auch daran gearbeitet Brutbereiche in wenig zugänglichen Bereichen zu ermöglichen. Viele Vögel und Insekten gedeihen im Schilf, haben aber je nach Art unterschiedliche Anforderungen. Durch angepasstes Schneiden wird ein Mosaik aus verschiedenen Schilfhöhen gestaltet, während gleichzeitig der Wasserstand beeinflusst wird, was Schilfrohrsänger unterstützt. Die Stiftung sät eine wilde Vogelfuttermischung, um das ganze Jahr hindurch Nahrung für Turteltauben, Goldammer und andere Ackerlandvögel zu liefern. Das wilde Gestrüpp beherbergt jetzt eine Vielzahl von Wildtieren und zur Zeit wird auch eine kleine Gruppe von Zuchtnachtigallen im Reservat aufgebaut.

Pagham Harbour verfügt auch über eine reiche Geschichte, von Artefakten aus der Bronzezeit und Zeugnissen eines römischen Seehafens bis hin zu Dampf und dem Zweiten Weltkrieg.

Es gibt noch eine Reihe von sichtbaren Erinnerungen an die Vergangenheit. Die erste in Sidlesham gefundene Mühle wurde 1275 datiert, die letzte wurde 1755 gebaut. Diese letzte Gezeitenmühle war angeblich eine der schönsten im Land mit drei großen Wasserrädern und acht Paar Mühlsteinen. Es bleibt nur noch ein Rechteck aus Gras und niedrige Ziegelmauern, um den Standort der Mühle zu markieren. In der Kirche Norton befindet sich der überlebende Erdwall und Graben, Reste einer normannischen Ringburg aus dem 11. Jahrhundert, in der sich die Überreste von Steingebäuden befinden. Bei Ausgrabungen wurden Spuren möglicher Eisenzeitbesetzungen gefunden, zusammen mit neolithischen Schabern und anderen bearbeiteten Feuersteinen. In Church Norton befindet sich auch die St. Wilfred's Chapel. Das 13. Gebäude war früher der Chor der viel größeren St. Peter-Kirche. Es befindet sich auf oder in der Nähe der ersten Kathedrale von Sussex, die von St. Wilfred gegründet wurde, als er sechs Jahre nach 681 n. Chr dort wohnte. Es gibt auch zahlreiche Geschichten über Schmuggel und den Hafen, der während des Zweiten Weltkrieges als Schießplatz für Flugzeuge genutzt wurde.

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